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Die Geschichte von DV beginnt im März 1993, als sich zehn führende Videogerätehersteller (JVC, Panasonic, SONY, Hitachi, Canon usw.) auf eine gemeinsame Norm für digitale Videoaufzeichnung, das DV (Digital Video), einigen. Als Datenträger soll wie bisher bei der analogen Aufzeichnung eine Videoband-Cassette dienen, deren Grösse im Gegensatz zu den bisher verwendeten Cassetten jedoch stark reduziert wird. Einzelheiten zu den technischen Daten auf einer Extra-Seite.
Juni 1995 - Auf der Profimesse NAB '95 in Las Vegas stellen JVC, Panasonic und Sony erste digitale Videoformate vor, zunächst allerdings nur für den Profi-Bereich.
November 1995 - Sony bringt die erste Consumer-DV-Kamera (3-Chip) auf den Markt, eine Minikamera, welche die Bilder als digitale Informationen auf Band ablegt.
Dezember 1995 - Im TV wird ein erster Videofilm gezeigt, der mit einer digitalen SONY-Consumer-Camera aufgenommen wurde. Es ist ein Reisebericht, der im Studio auf professionellen MAZ-Maschinen nachbearbeitet wurde, so daß de facto eine Analog-MAZ der 3. Generation gezeigt wurde. Die Bildqualität ist nicht so perfekt wie professionelle Betacam-Aufzeichnungen. Besonders die Farben rot und gelb zeigen, daß es sich nach wie vor um ein Amateur-System handelt.
Dezember 1995 - Panasonic und JVC bringen ebenfalls erste digitale Consumer-Cameras heraus. Gleichzeitig bringt Sony einen kleineren Bruder seiner Digitalkamera auf dem Markt, der aus Kostengründen statt 3 Chips nur noch einen Chip verwendet.
April 1996 - Sony bringt den ersten digitalen Consumer-Recorder auf den Markt. Er hat sowohl analoge als auch digitale Ein- und Ausgänge und soll lt. ersten Tests der Videozeitschriften eine ungeahnte Zukunft versprechen: Kopien sind lt. diesen Tests auch in der 6. Generation
nicht vom Original zu unterscheiden. Der Preis liegt bei etwa 8000.- DM.
Dezember 1997 - Mit der XL1 stellt Canon die erste Digital-Camera mit Wechselobjektiv vor. Neu ist ausserdem, dass die bei DV möglichen vier Tonspuren schon bei der Aufnahme genutzt werden können. Bisher war dies nur bei der Nachvertonung möglich. Der Preis: knapp 9000.- DM.
Oktober 1998 - Panasonic bringt seinen ersten DV-Recorder NV-DV 10 000 auf den deutschen
Markt. Mit knapp 6000 Mark liegt er ziemlich genau 2000 Mark unter dem Listenpreis des Sony-Konkurrenten DHR-1000. Sony reagiert auf diesen Preiskampf prompt und setzt seinen DV-Boliden ebenfalls auf ca. 6000.- DM zurück (vorher ca. 8000.- DM).
Januar 1999 - Digital wird billiger als analog. JVC bringt zum ersten Mal einen DV-Mini zum Einstandspreis von unter 2000 Mark in die Läden - noch kostet mancher Hi8-Mini mehr. Damit dürften die analogen Camcorder wohl endgültig in den Bereich der Vergangenheit verbannt worden sein.
Februar 1999 - Kurz nachdem JVC die 2000-DM-Schallgrenze für DV-Camcorder unterschritten hat, meldet sich Sony mit einer neuen Sensation auf dem Markt : Digital 8 (D8). Was ist neu?

Aus gewöhnlichen Hi8-Bändern werden plötzlich Digital-Kassetten
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- D8-Camcorder zeichnen die digitalen Daten auf normalen Hi8-Kassetten auf und bieten dieselben Qualitäten wie Mini-DV.
- Dank des eingebauten Analog-/Digitalwandlers (A/D) geben D8-Camcorder auch analoge Bänder in digitaler Form wieder.
- Die Ausgangsbuchse entspricht dem üblichen Firewire-Standard (i-Link). Folglich gibt es keine Verständigungsprobleme zwischen DV und Digital 8.
- Zusätzlich bieten D8-Camcorder auch analoge Ausgänge in Cinch und Y/C. D8-Camcorder sind abwärtskompatibel, können also alte analoge Video-8- oder Hi8-Kassetten problemlos wiedergeben.
Die
Digital 8-Technik im Vergleich ( Popup-Fenster )
September 1999 - DVD als Video-Speichermedium nimmt Gestalt an. Mit dem Prototyp eines DVD-Recorders kam Philips auf die IFA 99 nach Berlin. Über einen DV-Eingang soll der Recorder digitales Videomaterial entgegennehmen, in das DVD-Format (MPEG-2) wandeln und in Echtzeit auf Disk speichern können. Damit wäre erstmals die Möglichkeit gegeben, unsere Videos anstatt auf Band direkt und ohne die zur Zeit noch sündhaft teueren Spezial-Brenner auf DVD zu speichern.
Eine verlockende Zukunftsaussicht - aber : das benutzte Format (DVD-RW) ist noch nicht als Standard verabschiedet. Heisst für uns Filmer, dass wir unsere Videos zunächst auch weiterhin auf Band zum Wettbewerb schicken müssen . . . :-((
August 2000 - Erster DVD-Camcorder kommt auf den Markt.
Hitachi bringt den ersten DVD-Camcorder der Welt auf den Markt. Er speichert Videos nicht mehr auf Band, sondern auf einer wiederbeschreibbaren 4,7 GB-Scheibe. Ob und wie die gespeicherten Daten weiterverarbeitet (geschnitten) werden können, ist noch nicht ganz klar.
September 2000 - DV-Eingänge bei Camcordern werden Standard.
Die grosse Nachfrage nach Camcordern, die gleichzeitig auch als Videorecorder genutzt werden können, haben die Entwickler nicht ruhen lassen. Während deutsche Camcorder bisher aus zollrechtlichen Gründen "nachträglich" freigeschaltet werden mussten, ist bei neuen Geräten mehr und mehr das DV-In/Out-Zeichen zu entdecken (Bild). Bei neueren High-End-Camcordern ist zusätzlich zur DV-Buchse auch der analoge Eingang freigeschaltet.
Dezember 2000 - Camcorder mit eingebauter Festplatte nehmen Gestalt an.
Mitte des Jahres 2001 sollen, allerdings zunächst nur für den Profi-Markt, erste DV-Camcorder mit eingebauter Festplatte (JVC) auf den Markt kommen. Die 2,5-Zoll- Wechselplatten zeichnen im DV-Format mit 25 Megabit/sec auf und erlauben somit einen nativen Datentransfer des Rohmaterials auf einen non-linearen DV-Schnittplatz. Die Aufzeichnung auf herkömmlichem Videoband wird allerdings noch einige Jahre Standard bleiben, denn bis zur Einführung im Corporate- und Consumermarkt kann es noch einige Zeit dauern. Die Weichen scheinen jedoch gestellt zu sein.
CeBit 2001 - DVD-Videorecorder werden vorgestellt


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Philips zeigt auf der CeBit den DVD+RW-Videorecorder DVDR-1000 und verspricht, dass sich die wieder- beschreibbare Silberscheibe, die 4,7 GByte Daten auf einer Seite speichert, auf allen DVD-Playern abspielen lässt.
Pioneer zieht mit und bringt - zunächst in Japan - den DVR-2000 auf den Markt. Das Gerät besitzt Composite-, Y/C- und Firewire-Anschlüsse und brennt ebenfalls DVDs in Realtime auf 4,7GB-Scheiben. Die Geräte sollen bei uns im Herbst 2001 für ca. 5000 DM erhältlich sein - mehr . . .
Januar 2002 - DVD-Brenner im PC sind auf dem Vormarsch
Nachdem sich die DVD-Videorecorder (siehe oben) nicht so richtig durchsetzen konnten, drängen sich die im Schnitt-PC eingebauten DVD-Brenner bei den Filmemachern in den Vordergrund. Bei Preisen um 650 Euro sind sie billiger und vielseitiger als ihre grossen Stand-alone-Brüder. Inzwischen locken sechs verschiedene Firmen mit drei unterschiedlichen Systemen den Käufer. War DVD-Brennen für Filmer bislang eine Solo-Vorstellung des Pioneer DVR-A03, so haben nun schon sechs Hersteller einen DVD-Brenner im Programm: HP, Panasonic, Philips, Ricoh, Sony und Pioneer. Wegen der verschiedenen Systeme ist die Abspielbarkeit der gebrannten Scheiben in herkömmlichen DVD-Playern jedoch noch nicht gewährleistet. Kompatibilitätsprobleme sind noch an der Tagesordnung.
Februar 2002 - Einheitlicher DVD-Standard
Die neun Elektronik-Hersteller Sony, Philips, Samsung, Hitachi, Pioneer, Sharp, Matsushita, LG Electronics und Thomson Multimedia einigen sich auf einen gemeinsamen Standard für die nächste Generation von DVD-Recordern. Damit würde eins der grossen Probleme der DVD-Branche beseitigt, nämlich die Vielzahl verschiedener Standards. Die DVD der nächsten Generation soll ein Speichervolumen von 30 GB haben, etwa das Sechsfache von heute, und soll 2003 / 2004 auf den Markt kommen.
Mai 2002 - Kampf um Marktanteile
Immer mehr neue Digitalcamcorder drängen auf den Markt, und da es knallhart um Marktanteile geht, setzen die Hersteller auf immer neue Extras. Im Trend liegen vor allem die für den engagierten Filmer ziemlich unnützen Internet-Features und Megapixel-Chips für mit dem Camcorder aufgenommene Digitalfotos.
Grundig hat sich inzwischen ganz aus dem Camcorder-Geschäft zurückgezogen, Thomson kündigt ebenfalls den Ausstieg an. Damit sind im Digitalmarkt lediglich noch die Originalhersteller vertreten: Canon, Hitachi, JVC, Panasonic, Samsung, Sharp und Sony - ansonsten nur noch Metz als Anbieter bauähnlicher Modelle von Panasonic.
Juli 2002 - Firewire-Schnittstellen bei PCs werden Standard.
PCs mit serienmässig eingebauter Firewire-Schnittstelle (1394 IEEE) kommen in Mode. Bisher mussten Video-Bearbeiter diese spezielle Schnittstellen-Karte separat dazukaufen und eigenhändig in ihren PC einbauen. Inzwischen sind diese Karten immer billiger geworden, so dass die PC-Hersteller ihren Geräten von vorneherein eine solche Schnittstelle spendieren. Vorreiter sind Sony, Dell und Hewlett-Packard-PCs.
September 2002 - DV-In-Freischaltungsmöglichkeit gestoppt.
Aufgrund vieler Querelen und Rechtsunsicherheiten mit der nachträglichen DV-IN- Freischaltung kam das "Aus" : Sony, Panasonic, Canon und JVC lassen ab sofort eine nachträgliche DV-IN-Modifikation ihrer Camcorder nicht mehr zu. Entwickler, Hersteller und Vertreiber wurden aufgefordert, den Verkauf und die Herstellung von DV-IN-Lösungen einzustellen.
November 2002 - Kopierschutz fürs Kino?
Raubkopien im Kino?
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Offensichtlich verleitet die gute Bildqualität der DV-Camcorder zu immer ausgefalleneren Raubkopier- Versuchen : eine der häufigsten Quellen für Spielfilm-Raubkopien soll - so die Filmindustrie - das heimliche Abfilmen im Kino während der Vorführung mit einem Camcorder von der Leinwand sein. Dabei soll es auch schon mal der Filmvorführer selbst sein, der für die Videokamera eine Extravorstellung gibt. Dagegen soll eine neu entwickelte Technik schützen : das Licht des Kino-Projektors wird so modifiziert, dass es bei Video-Aufnahmen zu Bildstörungen führt. Das Resultat: Auf der Leinwand merkt man nichts, aber im Video soll es Streifen geben.
Juli 2003 - High Definition Video geht an den Start
Kinoformat für alle?
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Die Firmen JVC, Canon, Sharp und Sony stellen das "HDV"-Videoformat vor. Es soll in Zukunft als gemeinsamer Standard für digitale Consumer-Camcorder mit HDV-Auflösung verwendet werden. Die Bildaufzeichnung erfolgt bei diesem neuen System auf normalen DV- oder Mini-DV-Tapes mit MPEG2-Kompression. Die genauen Spezifikationen sollen Anfang Oktober auf der Internetseite www.hdv-info.org veröffentlicht werden.
Bislang sind nur die vorläufigen Spezifikationen bekannt, die seit Juli diskutiert wurden. HDV ist nach diesen Vorschlägen als reines HDV-Aufnahmeformat gedacht und sieht entsprechend nur Aufnahmen in 16:9 vor. Es soll sowohl die progressive Aufzeichnung mit 30 und 60 Hz als auch mit 25 und 50 Hz möglich sein. Interlaced wird bei 1080 Zeilen mit 50 und 60 Hz gearbeitet. Diese Weitsicht eröffnet somit auch einiges Potential für HDV auf den PAL-Märkten. Erste Produkte sind freilich zunächst einmal in Japan und den USA zu erwarten.
April 2004 - HDV kommt langsam, aber unaufhaltsam in Fahrt
Sony zeigt auf der CeBit 2004 das erste Modell eines Konsumer-Camcorders für das hochauflösende HDV-System. Prototypen der dazugehörenden Profiversion waren im April auf der Profimesse NAB in Las Vegas zu bewundern.
April 2005 - HDV drängt auf den deutschen Markt
Sony, JVC und Panasonic bringen ihre HDV-Consumer-Camcorder in PAL auf den Markt. Gleichzeitig bemühen sich alle gängigen Hersteller von Schnittsystemen, entsprechende PlugIns bzw. Hardwarelösungen für das neue System anzubieten. Eine "flüssige" Realtimebearbeitung ist beim derzeitigen Stand der PC-Technik jedoch nur mit Hardwarelösungen zu erreichen. Die Fa. Canopus stellt mit ihrem System NX eine voll funktionsfähige Lösung vor.
Juni 2005 - HDV - Handycams werden Wirklichkeit
Sony bringt den bisher kleinsten und leichtesten HDV-Camcorder auf den deutschen Markt. Die HDR-HC1 ist nach der semiprofessionellen HDR-FX1 der zweite HDV 1080i Camcorder für begeisterte Hobbyfilmer : 71 x 94 x 188 Millimeter bei einem Gewicht von nur 670 Gramm (ohne Akku & Cassette).
Januar 2006 - HDV-Schnittmöglichkeiten werden Standard
Die Hersteller von Video-Schnittsoftware passen ihre Produkte an die fortschreitende HDV-Entwicklung an. Besonders im semiprofessionellen Bereich werden immer mehr HDV-Schnittlösungen angeboten, die auch ohne spezielle Hardware die enorme Pixelmenge verarbeiten können. Bild oben: das neue Premiere 2.0 von Adobe.
März 2006 - Video-Magnetband ade?
Werkelt demnächst eine DVD in unseren Camcordern? Oder eine Festplatte? Oder eine Speicherkarte? Wenn es nach dem Willen der Hersteller geht : ja.
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Die Entwicklung geht rasant weiter. Nachdem die Branche bereits vor einiger Zeit beschlossen hat, die gute alte Fernseh-Bildröhre verstärkt durch den Flachbild-Fernseher zu ersetzen, nimmt sie jetzt auch das Video-Magnetband ins Visier.
Anfang 2006 kommt eine ganze Reihe von DVD- und Festplatten-Camcordern auf den Markt, Sanyo und Panasonic schwören die Filmergemeinde auf Speicherkarten ein und verbannen damit jegliche rotierende Mechanik aus ihren Geräten.
Herbst 2006 - AVCHD - High Definition-Format für digitale Camcorder
Der Trend "weg vom Band, hin zu Mini-DVDs, Festplatten und Speicherchips" drängt die Industrie dazu, die anfallenden Datenmengen noch stärker und effizienter zu komprimieren. AVCHD ist ein von Panasonic und Sony neu entwickeltes High Definition-Format für digitale Camcorder, das per MPEG-4-AVC/H.264-Kodierung die Aufzeichnung von 1080i- und 720p-Signalen erlaubt.
Die Nachbearbeitung dieses Formates in herkömmlichen Schnittprogrammen ist die nächste Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Die einschlägigen Software-Entwickler haben erste Lösungen zum Jahreswechsel 2006/2007 oder Frühjahr 2007 zugesagt.
Januar 2008 - Das Magnetband hat fast ausgedient
Auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas wird die umfangreichste Camcorder-Neuvorstellung aller Zeiten geboten: über 60 Modelle werden gezeigt. Die Trends:
1. Das Band hat fast ausgedient. Festplatte und Speicherkarte (Beispiel oben) sind die aktuellen Camcorder-Aufzeichnungsmedien.
2. Das ursprüngliche Konsumerformat HDV wandelt sich mehr und mehr zum Profi-Standard. Nur noch zwei der neuen HD-Amateurcamcorder setzen auf das Band. Im Profisegment dagegen stellt Sony allein drei Profi-HDV-Camcorder mit Bandlaufwerk vor.
3. AVCHD auf Festplatte oder Speicherkarte boomt im Konsumerbereich. Wegen des hohen Rechenaufwands sind solche Videos aber noch immer schwer zu bearbeiten.
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